Arbeitsplätze für eine grüne Zukunft

Arbeitsplätze für eine grüne Zukunft

Montag, 22. Mai 2017 — Der Übergang zur grünen Wirtschaft – wir alle haben darüber gesprochen, aber sind wir bereit, ihn umzusetzen? Vom Pariser Klimaabkommen bis zum Maßnahmenpaket zur Kreislaufwirtschaft – in der gesamten Europäischen Union stehen Ziele fest, die helfen, unsere Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft ökologischer zu gestalten. Aber wir brauchen auch die Kompetenzen zur Umsetzung.

Die Grüne Woche – (Green Week), Europas größte jährlichen Veranstaltung zur Umweltpolitik, die vom 29. Mai bis 2. Juni stattfindet, stellt diese Qualifikationslücken und die potenziellen Beschäftigungsmöglichkeiten in der entstehenden Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt. Höhepunkt der Grünen Woche wird der Beschäftigungsgipfel für grüne Arbeitsplätze am Dienstag und Mittwoch – neben nachhaltig wirtschaftenden Unternehmern werden  Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis und Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, sowie Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung anwesend sein. Auf dem Gipfel wird untersucht, welche Rolle Entscheidungsträger, Sozialpartner und Unternehmen dabei spielen, sicherzustellen, dass Menschen die richtigen Qualifikationen für eine grünere Wirtschaft haben. Auf dem Gipfel findet am Dienstagabend auch die Preisverleihung der LIFE-Awards statt. In diesem Jahr werden hier 25 Jahre erfolgreiche EU-Förderung von Umweltprojekten gefeiert.

Seit dem Jahr 2000 ist die grüne Beschäftigung um 20 % gestiegen. 2014 gab es in diesem Bereich 4,2 Mio. Arbeitsplätze und wurde ein Gesamtumsatz von etwa 700 Mrd. EUR erzielt. „Grüne” Arbeitsplätze durchdringen mehr Branchen als je zuvor. Auf der Grünen Woche wird nicht nur untersucht, wie man die Schaffung von mehr grünen Arbeitsplätzen unterstützen kann. Es werden viele konkrete Erfolgsgeschichten präsentiert – von Wasserressourcenmanagement über energieeffizientes Bauen, Erneuerbare Energien und Ökotourismus bis zu umweltbewusster Stadtplanung.

Nehmen Sie zum Beispiel das frühere Bergbauunternehmen Umicore, das heute wertvolle Metalle aus kaputten Smartphones, leeren Batterien und Industrieabfällen zurückgewinnt. Das Unternehmen kann einen Großteil des Goldes aus Leiterplatten zurückgewinnen und es in Goldbarren mit einem Feingehalt von 99,9 % umwandeln. Umicore plant, die bereits 10 000 Mitarbeiter umfassende Belegschaft aus Technikern, Bedienungspersonal, Chemikern, Verwaltungspersonal und Wissenschaftlern weiter aufzustocken.

Wussten Sie, dass Malta, mithilfe der Malteser Water Services Corporation, als erstes Land im Mittelmeerraum sein gesamtes Abwasser klärt? Nun arbeiten die Ingenieure, Hydrologen und andere technische Experten des Unternehmens daran, Abwasser in Wasser für die Landwirtschaft und Industrie umzuwandeln, anstatt es ins Meer einzuleiten.

Währenddessen arbeitet Innogy SE für eine grünere Zukunft, indem es seinen Kunden innovative und nachhaltige Energieprodukte und -dienstleistungen anbietet und ihnen hilft, Energie effizienter zu nutzen. Erfolg hat das Unternehmen schon in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Spanien, Italien und Polen. Nun wird geplant, außerhalb Europas zu expandieren und dabei die 40 000 Mitarbeiter umfassende Belegschaft auszubauen. Dafür sollen traditionelle Arbeiter aus dem Gas- und Kohlesektor umgeschult werden.

Das niederländische Unternehmen Heliox hat Elektrobusse mit Schnellladestationen entwickelt, und will damit helfen, die Luftverschmutzung in Städten einzudämmen. Mit den innovativen Batterien des Unternehmens kann ein Bus in weniger als fünf Minuten aufgeladen werden. Diese Technologie wird bereits in Finnland, Luxemburg, Frankreich, Dänemark, den Niederlanden und Deutschland eingesetzt und soll nun weltweit exportiert werden. Andere Beispiele, die zeigen, dass grüne Arbeitsplätze teil der heutigen etablierten Wirtschaft sind, finden sich bei IKEA, SUEZ Environment und QualiBuild.

Durch besondere Thementage umfasst die Grüne Woche eine große Politikkonferenz in Brüssel und Online-Debatten, Twitter-Chats sowie Veranstaltungen in ganz Europa, auf denen neu entstehende Beschäftigungsmöglichkeiten präsentiert werden. Das Programm und einige seiner Highlights:

Am Montag findet die offizielle Eröffnungsveranstaltung in Malta statt. Im Mittelpunkt hierbei steht das Thema Arbeitsplätze auf dem Land. Es wird untersucht, wie durch EU-Politik die Schaffung grüner Arbeitsplätze bei der Wiederherstellung der Natur, in der Landwirtschaft und im Ökotourismus angeregt werden.

Am Dienstag ist die Wasserwirtschaft das Schwerpunktthema. Fördert die EU-Umweltpolitik Innovation in der Wasserwirtschaft und stellt sie sicher, dass Wasser als wertvolle Ressource in der Kreislaufwirtschaft erhalten bleibt? Es ist auch Tag 1 des Beschäftigungsgipfels für grüne Arbeitsplätze, mit der Green LIFE Awards Preisverleihung in Brüssel.

Mittwoch: Arbeit für eine grünere Zukunft Hier wird untersucht, wie Firmen und KMU, als Teil der Kreislaufwirtschaft ihre Märkte ausdehnen und neue Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die bestehenden Arbeitsplätze umstellen können. EU-Mittel helfen bei der Bereitstellung von Schulungen, mit denen die Qualifikationslücken bei dieser Umstellung geschlossen werden können.

Donnerstag: Umweltfreundliche blaue Arbeitsplätze für die Meere: Hier geht es um Arbeitsplätze im Bereich Meeres- und Küstenschutz und -wiederherstellung, Aquakultur, Tourismus und Meeresenergie. Am Donnerstag steht eine hochrangig besetzte Veranstaltung über den Qualifikationsbedarf in einer sich verändernden maritimen grünen Wirtschaft auf dem Programm („skills needs in an evolving maritime green economy”).

Freitag: Grüne Jobs in Deinen Städten: Nachhaltige Stadtentwicklung gewährleistet, dass Städte lebenswerter werden und so gleichzeitig Innovationen gefördert und grüne Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Grüne Woche endet mit der Preisverleihung für die „Grüne Hauptstadt Europas” und der Verleihung des „grünen Blatts” in der diesjährigen Grünen Hauptstadt Europas, Essen.

Die vom 29. Mai bis 2. Juni stattfindende Grüne Woche wird von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission organisiert. Sie ist eine der wichtigsten jährlichen Veranstaltungen zum Thema Umweltpolitik. Hier versammeln sich Entscheidungsträger, führende Umweltschützer, Interessenvertreter und andere interessierte Beteiligte aus ganz Europa und der Welt.

Weitere Informationen finden Sie in der Green Week Agenda oder im Multimedia Nachrichtenraum.

Sie können auch die Tagesberichte lesen, die während der Veranstaltung veröffentlicht werden, und #EUGreenWeek über die sozialen Median verfolgen.

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Ausgewählte Green Week Veranstaltungen finden Sie auch im „Europe by Satellite” Programm von Montag, den 29. Mai bis Freitag, den 2. Juni.

 

EU Grüne Woche 2017

IKEA

SUEZ Environment

QualiBuild

Quelle: https://www.eurobserv-er.org/16th-annual-overview-barometer
Quelle: http://ec.europa.eu/environment/efe/themes/economics-strategy-and-information/green-jobs-success-story-europe_de
Quelle: https://www.eurobserv-er.org/16th-annual-overview-barometer
Quellen: European Commission 2016, Facts and figures on organic agriculture in the European Union: https://ec.europa.eu/agriculture/organic/sites/orgfarming/files/docs/pages/014_en.pdf. <br/>Europäische Kommission 2017, GD Umwelt, basierend auf Eurostat- Daten.<br/>IFOAM/FIBL The World of Organic Agriculture. Statistics and Emerging Trends 2017: https://shop.fibl.org/chen/mwdownloads/download/link/id/785/

Kontakt

Iris Petsa

Pressesprecher für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei

Europäische Kommission