Umicore: Die Goldgräber von heute erkennen den Wert von Abfallprodukten

Umicore: Die Goldgräber von heute erkennen den Wert von Abfallprodukten

Alte Smartphones, kaputte Laptops, leere Batterien und Industrieabfälle – all dieser Abfall enthält wertvolle Metalle, die wiederverwendet werden könnten. Leider ist die Extraktion dieser wertvollen Ressourcen nicht leicht – außer für Umicore, ein belgisches Abfallwirtschaftsunternehmen. Dort hat man einen innovativen Recycling-Ansatz entwickelt, der auch die Extraktion von Gold aus Abfall ermöglicht.

Die Geschichte des heutigen Umicore-Konzerns in Belgien nahm vor über 200 Jahren mit einem Bergbauunternehmen ihren Anfang. Aber schon seit einigen Jahrzehnten ist es wirtschaftlich sinnvoller, Altmetall zu recyceln als Rohstoffe zu fördern. Dieser Ansatz hat dem belgischen Unternehmen ein stärkeres Wachstum beschert und führt zur Einstellung von immer mehr „grünen“ Arbeitnehmern.

Wir sind in der Wertschöpfungskette einen großen Schritt nach vorn gerückt,

erklärt Egbert Lox, Senior Vice President Government Affairs bei Umicore.

Wir fangen nicht bei Null an, sondern kaufen Materialien, die schon abgebaut wurden und wenden unser geballtes Wissen aus den Bereichen Physik, Chemie und Werkstoffkunde an, um Produkte herzustellen, die eine neue Funktion haben.

Durch die umfassenden Kenntnisse der metallischen Elemente kann das Unternehmen Edelmetalle wie Gold und andere Metalle wie Kupfer und Zink aus Industrieabfällen, Elektroschrott, alten Autoteilen und leeren Batterien extrahieren. Umicore kann einen Großteil des Goldes aus Leiterplatten zurückgewinnen und diesen in Goldbarren mit einem Feingehalt von 99,99 % umwandeln.

Durch diesen Ansatz können Unternehmen den versteckten Wert in ihrem Abfall erkennen, und mehr Unternehmen „den Kreis” in ihren Produktlebenszyklen „schließen” – die Ressourcen also möglichst lange in der Versorgungskette behalten.

In unserer Anlage im belgischen Hoboken recyceln wir Abfall, der wertvolle Metalle enthält – wie etwa Smartphones am Ende ihrer Nutzungsdauer und Industrieabfälle. Wir haben dieses System ausgebaut und die Kapazitäten um 40 % erhöht – im Zuge dessen werden hier mehr Mitarbeiter beschäftigt,

so Lox.

Im letzten Jahr hat Umicore Umsätze in Höhe von 2,7 Mrd. EUR ausgewiesen. Derzeit laufen die Planungen für den Neubau von Anlagen und die Optimierung von bestehenden Werken. Dadurch würde die 10 000 Mitarbeiter umfassende Belegschaft aus Technikern, Personal, das die Maschinen bedient, Chemikern, Verwaltungspersonal und Wissenschaftlern weiter aufgestockt. Für die kommenden Jahre erwartet man auch, dass die Mitarbeiter Kapazitäten entwickeln, um die zunehmend komplexen globalen Abfallströme managen zu können.

Wir beschleunigen unsere Aktivitäten in anspruchsvollen Bereichen wie der Herstellung von Kobalt und Nickel für Elektroautos, und dadurch gehen keine Arbeitsplätze verloren. Durch diese grünen Aufgabenbereiche stellen wir entweder neue Arbeitnehmer ein oder behalten die bestehenden Mitarbeiter,

erklärt Lox.

 

Arbeitnehmerprofil für grüne Arbeitsplätze

Thierry Van Kerckhoven, Global Sales Manager Recyclables bei Umicore

Thierry hat einen Blick dafür, wie man Profit mit dem Schrott anderer Leute macht. Er ist auf die Metallveredelung in Umicores Recyclinganlage in Hoboken spezialisiert. Die weltweit größte Anlage zur Behandlung dieser Abfallart hilft dem Unternehmen, neue und nützliche Verwertungsmöglichkeiten zu finden.

Wir erhalten Altmaterial von Chile bis Südkorea und Japan und von Kanada bis Neuseeland – und aus praktisch allen Ländern, die dazwischen liegen.

Thierry steht an der Spitze eines Teams, das verschiedene Abfall- und Nebenprodukte aus Kupfer und Zink identifiziert und kauft, dazu Elektroschrott wie Smartphones und Batterien – dies alles mit einem umweltfreundlichen Ansatz. Er hilft auch dabei, Partnerschaften mit Unternehmen aufzubauen, um für Umicore konstante Quellen für wiederverwendbare Abfälle zu erschließen.

Wir verarbeiten Nebenprodukte aus der Nichteisenmetallindustrie und sind beispielsweise Dienstleister für Unternehmen der Kupfer-, Zink- und Bleiverarbeitung.

 

Interessante Fakten und Zahlen

  • Umicore verarbeitet jährlich 400 000 t wertvoller Metalle. Künftig sollen es 500 000 t sein.
  • Umicore Hoboken gewinnt 17 Edel- und Spezialmetalle zurück, die aus mehr als 200 weltweiten, komplexen Eingangsströmen stammen.
  • Umicore Hoboken beschäftigt insgesamt 1 648 Mitarbeiter. Weltweit hat das Unternehmen 9 921 Beschäftigte.
Kontakt
Enrico Brivio Sprecher, Europäische Kommission
Iris Petsa Pressesprecher für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, Europäische Kommission
Enrico Brivio Sprecher, Europäische Kommission
Iris Petsa Pressesprecher für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, Europäische Kommission
Über Grüne Woche (Green Week) der EU

Die Grüne Woche (Green Week) der EU ist die größte jährlich wiederkehrende Gelegenheit zur Debatte und Diskussion um die europäische Umweltpolitik. Sie wird von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission organisiert und ist eine der wichtigsten Veranstaltungen zum Thema Umweltpolitik. Hier versammeln sich Entscheidungsträger, führende Umweltschützer, Interessenvertreter und andere interessierte Beteiligte aus ganz Europa und der Welt.

Die Green Week 2017 findet vom 29. Mai bis zum 2. Juni statt. Das diesjährige Motto lautet „Grüne Arbeitsplätze für eine grünere Zukunft”. Schwerpunktmäßig geht es darum, wie die EU-Umweltpolitik umweltfreundliche Arbeitsplätze schafft und zu einem wirtschaftlichen, nachhaltigen und sozial verantwortlichen Wachstum in der EU beiträgt. Neben einer hochrangig besetzten Konferenz in Brüssel stehen auch verschiedene Partner-Veranstaltungen und Aktionen in ganz Europa auf dem Programm.