Water Services Corporation: Tourismus auf Malta floriert dank saubererem Meer

Water Services Corporation: Tourismus auf Malta floriert dank saubererem Meer

Montag, 15. Mai 2017 — Noch 2008 leitete Malta 100 % seiner Abwässer ins Meer. Die daraus resultierende Verschmutzung der umgebenden Meeresumwelt schadete auch dem Tourismus. Doch an diesem Punkt schritt die Malteser Water Services Corporation (WSC) ein und begann mit dem langen Prozess, aus Abwasser eine Ressource zu machen.

Zwischen 2008 und 2011 nahm die WSC drei neu gebaute Kläranlagen in Betrieb. Dies bedeutet, dass der Anteil des behandelten Abwassers von 0 auf 100 % stieg und Malta, das bisher die Abwasserrichtlinie der EU nicht eingehalten hatte, nun das erste Land am Mittelmeer ist, das sein gesamtes Abwasser klärt.

Wenn ein Land vorankommen möchte, muss es seine Infrastruktur modernisieren,

erklärt Stephen Zerafa, Leiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit bei der WSC.

Schon sechs Wochen nachdem wir mit der Abwasserbehandlung begannen, konnten wir uns über sehr positive Ergebnisse freuen.

Bald schon hatte Malta mehr mit der Blauen Flagge ausgezeichnete Strände als je zuvor, was mehr anspruchsvolle Touristen anlockte und die lokale Wirtschaft ankurbelte. Malta hat sich auch zu einem der beliebtesten Reiseziele für Taucher entwickelt und lockt allein aus diesem Grund jedes Jahr über 80 000 Touristen an.

Die WSC geht mit ihren Plänen für sauberes Wasser jetzt noch einen Schritt weiter und hilft dem Land, sein Abwasser in eine wertvolle Ressource zu verwandeln.

Malta ist nur etwas über 300 Kilometer von einer Wüste entfernt; wir liegen in einer semiariden Klimazone. Es macht keinen Sinn, das abgeleitete Wasser zu verschwenden, indem wir es ins Meer einleiten. Es ist besser, es wieder in etwas Wertvolles zu verwandeln,

erklärt Zerafa.

Die WSC hat sich auf ein ehrgeiziges Projekt eingelassen, bei dem hochwertiges Wasser für die Landwirtschaft, Industrie und andere Einsatzbereiche entstehen soll. Sie nennt dies „New Water“, neues Wasser. Das Ziel heißt, dass unter dem Strich keine Folgen für den natürlichen Wasserkreislauf, sodass alles Grundwasser, das entnommen wird, wieder ersetzt wird. Mit einem Gesamtproduktionsvolumen von 7.000.000 m³ pro Jahr könnte mit diesen Anlagen bald der Kreislauf für das gesamte in Malta entnommene Wasser geschlossen werden.

Gemeinsam mit ihren 1 000 Mitarbeitern kann die WSC die Malteser Industrie bald noch besser unterstützen.

Unsere Abwasserquellen unterscheiden sich nicht von denen anderer europäischer Großstädte: Die Mehrzahl sind Haushalte, die Minderheit stammt aus der Industrie,

führt Zerafa aus.

Große Länder können von kleinen Ländern wie Malta viel lernen.

 

Arbeitnehmerprofil für grüne Arbeitsplätze

Neue Wasseraufbereitung

Obwohl Malta vom Meer umgeben ist, stammt sein gesamtes brauchbares Wasser aus dem Grundwasser und aus Umkehrosmose. Indem sichergestellt wird, dass das Wasser auf der Insel bleibt, ergeben sich für die Öffentlichkeit eine Reihe von Möglichkeiten.

In gewisser Weise sind alle Arbeitsplätze, die mit dem New-Water-Projekt zusammenhängen, grüne Arbeitsplätze. Wir haben Ingenieure, Architekten, Hydrologen, Anlagenbetreiber, Verwaltungsmitarbeiter und andere technische Experten,

so Anthony Tanti, der für New Water zuständige WSC-Manager.

Grundwasser ist eine natürliche Ressource und für Ökosysteme unerlässlich. Die treibende Kraft hinter dem New-Water-Projekt ist der Wunsch, diese Quelle zu schützen. Die WSC verursacht so einen wirtschaftlichen Welleneffekt, der sich in verschiedenen Branchen bemerkbar machen wird.

Am meisten wird die Landwirtschaft profitieren. Im Verlauf der Jahre wurde bereits zu viel Wasser entnommen und dies bedeutet, dass das Wasser, das die Landwirte für die Bewässerung ihres Landes entnehmen, extrem salzhaltig ist. Das neue Wasser wird viel besser sein und sicherstellen, dass landwirtschaftliche Produkte höhere Renditen erzielen, länger haltbar und hochwertiger sind,

erklärt Tanti.

 

Interessante Fakten und Zahlen

  • Die WSC sammelt und behandelt das Abwasser von über 250 000 Haushalten, Unternehmen, Branchen und Hotels und versorgt so über 420 000 Menschen.
  • Die Abwasserbehandlung ahmt einen natürlichen Prozess nach. Die Natur braucht normalerweise sechs bis zwölf Monate, um Abwasser zu klären, eine Kläranlage verkürzt diesen Prozess auf rund 24 Stunden.
  • Am Ende hat man zwei Nebenprodukte: sauberes, reines Wasser, das zwar einen hohen Bakteriengehalt hat, aber gefahrlos ins Meer geleitet werden kann, sowie trockener Klärschlamm, der als Energiequelle genutzt werden kann.
  • Mit WSCs New-Water-Anlagen soll die Ableitung von Abwasser vollständig verhindert werden.
  • New-Water-Tests haben gezeigt, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse besser schmecken und länger haltbar sind.

 

Arbeitnehmerprofil für grüne Arbeitsplätze
Ta Barkat, © WSC

Kontakt

Iris Petsa

Pressesprecher für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei

Europäische Kommission